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MeshCore verschickt Nachrichten ohne Internet und Handynetz

Stell dir vor, dein Smartphone hätte kein Netz mehr – kein WLAN, keinen Mobilfunk, keine Verbindung zur Außenwelt. Es geht also nichts mehr. So etwas soll in Deutschland immer noch vorkommen und manchmal fallen Netzprovider auch aus.

Dann kommt MeshCore ins Spiel. Damit kannst Du mit deinen Freunden in eher abgelegenen Gegenden, im Wald, auf Festival oder deiner Familie nach einem Stromausfall Nachrichten austauschen. Und das mit vergleichsweise wenig Aufwand.

Was ist MeshCore eigentlich?

MeshCore ist eine kostenlose, quelloffene Software, die auf kleinen, günstigen Funkgeräten läuft. Diese Geräte nutzen eine Funktechnik namens LoRa („Long Range“) – sie ist nicht besonders schnell, dafür aber extrem sparsam im Stromverbrauch und reicht über erstaunlich große Distanzen, teils bis Dutzende Kilometer weit, ganz ohne kommerziellen Mobilfunkmast oder Internetanschluss.

Die Technik ist dabei total ausgeklügelt: Viele solcher Funkgeräte bilden gemeinsam ein sogenanntes Mesh-Netzwerk. Man kann sich das wie eine Kette von Personen vorstellen, die sich eine Nachricht von Ohr zu Ohr weiterflüstern, bis sie beim Empfänger ankommt – nur eben per Funk und vollautomatisch. Und nicht wie beim beliebten Spiel „Stille Post“ mit teilweise sinnentstellten, lustigen Antworten, sondern komplett unverfälscht.

Jedes Gerät im Netzwerk kann Nachrichten für andere weiterleiten, sodass die Reichweite des gesamten Netzwerks weit über die Reichweite eines einzelnen Funkgeräts hinausgeht.

MeshCore wurde 2024 von Scott Powell entwickelt und ist eng verwandt mit dem bekannteren Vorreiter-Projekt Meshtastic. Der wesentliche Unterschied: Während bei Meshtastic jedes Gerät jede Nachricht ständig an alle anderen weiterfunkt (was Batterie kostet und das Netz mit wachsender Größe langsamer macht), sucht sich MeshCore einmalig den besten Weg zum Ziel und schickt zukünftige Nachrichten gezielt über genau diese Route. Das Ergebnis: ein sehr effizientes Netzwerk, das auch mit vielen Teilnehmern noch gut funktioniert.

Wie nutzt man das als normaler Anwender?

Man braucht kein Technik-Studium dafür und muss auch kein Funkamateur sein:

  1. In unserem Workshop baust Du zwei Geräte, einen Repeater und einen Companion. Damit kannst Du Teil des MeshCore-Netzwerks sein und hast Dein persönliches Empfangsgerät, den Compagnion.
  2. Unter unserer Anleitung spielst Du die Software auf und konfigurierst diese.
  3. Das Gerät koppelst Du dann per Bluetooth mit Deinem Smartphone.
  4. Über eine App (für Android, iOS, macOS, Windows, Linux oder im Browser) schreibt man Nachrichten, teilt seinen Standort oder sieht, wer sonst noch im Netzwerk erreichbar ist – ähnlich wie bei einem Messenger, nur ohne Internet im Hintergrund!

Welche Vorteile hat das für ganz normale Nutzer?

Kommunikation ganz ohne Handynetz oder Internet. Egal ob man wandern geht, auf dem Boot unterwegs ist oder sich auf einer abgelegenen Farm befindet: Sobald das normale Handynetz aufhört, übernimmt MeshCore. Man bleibt mit der eigenen Gruppe in Kontakt, auch weit abseits jeder Funkzelle.

Funktioniert weiter, wenn Strom und Netz ausfallen. Bei Unwettern, Stromausfällen oder anderen Notlagen, wenn Mobilfunkmasten überlastet sind oder ausfallen, bleibt ein MeshCore-Netzwerk oft trotzdem einsatzbereit – ideal, um sich mit Nachbarn oder der Familie abzustimmen.

Keine laufenden Kosten. Es gibt keine SIM-Karte, keinen Mobilfunkvertrag und keine monatliche Gebühr. Man kauft die Hardware einmal, danach ist die Nutzung dauerhaft kostenlos.

Mehr Privatsphäre. Nachrichten werden verschlüsselt übertragen, sodass selbst die Geräte, die eine Nachricht nur weiterleiten, deren Inhalt nicht mitlesen können. Es gibt normalerweise keinen zentralen Server, bei dem Daten gesammelt oder ausgewertet werden könnten, und keine Notwendigkeit, persönliche Daten für ein Konto anzugeben.

Praktisch für Gruppenaktivitäten. Beim Wandern, Skifahren, Jagen, Segeln oder auf Festivals lässt sich der Standort der Gruppe teilen und man bleibt in Kontakt, ganz ohne dass jedes Gruppenmitglied volles Mobilfunknetz braucht.

Lange Akkulaufzeit. Die genutzte Funktechnik ist auf geringen Stromverbrauch ausgelegt, wodurch die kleinen Geräte oft tagelang mit einer Akkuladung oder sogar per Solarpanel betrieben werden können.

Wächst mit der Gemeinschaft. Jedes zusätzliche Gerät im Umkreis – egal ob das eigene oder das eines Nachbarn – kann anderen helfen, ihre Nachrichten weiterzuleiten und vergrößert so ganz nebenbei die Reichweite und Zuverlässigkeit des gesamten Netzwerks für alle.

Wo liegen die Grenzen?

Ganz ehrlich dazu gehört auch: MeshCore ersetzt kein normales Internet. Es eignet sich für kurze Textnachrichten, Standortdaten und einfache Informationen, nicht für Videos, große Dateien oder schnelles Surfen. Außerdem braucht ein zuverlässiges Netzwerk eine gewisse Grundausstattung an Geräten in der Umgebung, damit Nachrichten auch über größere Distanzen weitergereicht werden können. Hier in unserer Gegend gibt es bereits eine große Abdeckung – und vielleicht möchtest Du auch Deinen Teil zum Netzwerk beitragen.

Wozu der Workshop?

Das hört sich alles einfach an – und das ist es auch unter Anleitung erfahrener Funkamateure. Wir helfen Dir beim Bau der Geräte und besorgen auch vorher zentral die benötigte Hardware, damit der Workshop reibungslos abläuft. Die Kosten für die Hardware (unser Selbstkostenpreis) bezahlst Du mit der Anmeldung zum Workshop.

Du baust mit uns zwei Geräte, einen Companion und einen Repeater und lernst, wie Du diese konfigurierst. Natürlich kannst Du auch zwei Repeater bauen, das ist nur von der Software abhängig.

Wer sind wir?

Wir sind Funkamateure, die in einem großen Verein zusammengeschlossen sind, dem DARC. Das ist der Deutsche Amateur Radio Club (www.darc.de). Wir begeistern uns für unser Hobby, das wir teilweise schon viele Jahrzehnte ausüben und – wir können Technik!

Wir stellen weltweite Funkverbindungen her, teilweise über Satelliten, oder wir verwenden halt Planeten und Monde als Spiegel, um die Funkwellen zu reflektieren – kein Witz!

Ein Teil unserer Aufgabe ist es aber auch, in Katastrophenfällen den Notfunk aufrecht zu erhalten. Das können wir auch – und verwenden dabei verschiedenste Technologien.

Keine Angst, für diesen Workshop musst Du kein Funkprofi sein und auch keine Funklizenz haben, MeshCore darfst und kannst Du ohne Einschränkungen verwenden. Natürlich freuen wir uns, wenn wir Dich auf diesem Weg für unser vielfältiges und nie langweiliges Hobby begeistern können.

Es gibt noch so viel zu entdecken!

Hier kannst Du Dich anmelden: